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Aktuelles

Autor: Julia Förster
Artikel vom 19.04.2017

Im Regionalverkehrsplan die Darstellung einer S-Bahn-Verbindung von Neuhausen a.d.F. in das Neckartal gefordert

Derzeit befindet sich der Entwurf des Regionalverkehrsplans (RVP) des Verbandes Region Stuttgart (VRS) in der Anhörungsphase. Er soll Antworten auf die Frage geben, wie der Verkehr auf Straßen und Schienen in der Region Stuttgart besser fließen könnte und berücksichtigt dazu auch Wechselwirkungen zu Siedlungs-, Freiraum- und anderen Infrastrukturentwicklungen.

Als wesentliches Ziel berücksichtigt der Regionalverkehrsplan auch den Wunsch der KAF-Kommunen nach einer besseren Schienenanbindung der Filderebene an das Neckartal. Jedoch gehen hier die Bemühungen nach Ansicht des KAF nicht weit genug. So wird im Rahmen des RVPs lediglich die Einschleifung des Schienennahverkehrs vom S-Bahn-Terminal am Flughafen/Messe auf die zu errichtende Neubaustrecke (NBS) Stuttgart-Ulm in Richtung Wendlingen weiterverfolgt. Hier fordert der Kommunale Arbeitskreis der Filderkommunen den Verband Region Stuttgart auf, ergänzend auch eine Anbindung über Neuhausen a.d.F. vorzusehen.

„Eine genaue Trassenvariante muss den derzeit noch laufenden, vertiefenden Untersuchungen vorbehalten bleiben“, empfiehlt der Vorsitzende des Kommunalen Arbeitskreises Filder, Bürgermeister Peter Jahn, der Region dringend. Zwar wurden hierzu im Rahmen des RVP bereits verschiedenste Trassenvarianten untersucht. Jedoch sieht das Gremium insbesondere unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten von deren Weiterverfolgung ab. Infolge dieser Entscheidung sehen die KAF-Kommunen die Berücksichtigung der Verbindungen Neuhausen a.d.F. ins Neckartal im ausstehenden Regionalplan als gefährdet. Im Gegensatz zum Regionalverkehrsplan, der als Handlungskonzept und Orientierungsleitfaden zu verstehen ist, entfaltet der Regionalplan für alle öffentlichen Planungsträger wie Fachbehörden oder Kommunen eine bindende Wirkung. Im Allgemeinen werden in den Regionalplan diejenigen Verkehrsprojekte aufgenommen, deren Dringlichkeit der Regionalverkehrsplan die „höchste“ oder zumindest eine „hohe“ Dringlichkeit beimisst. Dementsprechend gering sind die Übernahmechancen von Projekten, von deren Weiterverfolgung bereits im Regionalverkehrsplan abgeraten wird. „Sollte die Anbindung von Neuhausen ans Neckartal nicht entsprechend hoch im RVP gewichtet werden, sehen wir die Übernahme in den Regionalplan gefährdet. In letzter Konsequenz könnte somit über die Jahre hinweg der Planungsgedanke der von uns gewünschten Schienenverbindung verloren gehen“, urteilt der KAF-Geschäftsführer Reinhard Molt (Filderstadt).

Ferner zeigen sich die KAF-Kommunen davon irritiert, dass der RVP zu dieser Verbindung bereits abschließend Stellung nimmt, obwohl sowohl seitens des Verbands Region Stuttgart als auch verschiedenster Neckarkommunen derzeit weitere Untersuchungen hierzu angestrebt werden.

Ein Einzugsgebiet mit insgesamt über 60.000 Einwohnern muss aus KAF-Sicht in einer weiteren Ausbaustufe des regionalen S-Bahnnetzes direkt über Neuhausen Richtung Neckartal und Esslingen angebunden werden. Dies entspricht auch der Strategie der Region, wonach entlang von S-Bahntrassen die Siedlungsbereiche gestärkt werden müssen, um damit dem steigenden KFZ-Verkehr entgegenzuwirken. „Eine S-Bahntrasse, die lediglich über die zukünftige Neubaustrecke (NBS) am Filderraum vorbeifährt kann diesem Anspruch nicht gerecht werden“, bilanziert Molt.

Außerdem wird je nach Variante bei einer Anbindung über Neuhausen eine gänzlich andere Verkehrsrelation als über die Neubaustrecke bedient, sodass eine Anbindung über Neuhausen seitens des KAFs vielmehr als Ergänzung und nicht als Alternative zur Einschleifung auf die Neubaustrecke gesehen wird.

Daher fordern die KAF-Kommunen die ergebnisoffene Darstellung einer Verbindung von Neuhausen a.d.F. in das Neckartal. Dabei ist hier der allgemeine Grundgedanke im Sinne eines Verbindungskorridors zu berücksichtigen.