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Aktuelles

Autor: Julia Förster
Artikel vom 14.06.2018

Umweltschutzbericht 2017 - Teil 5: Wasser

Mit einer Fülle von Maßnahmen setzt sich die Gemeinde regelmäßig für den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen ein. Das besondere Augenmerk gilt dabei den langfristig angelegten Themenfeldern Mobilität, Lärm, Energie, Natur, Müll und Wasser.

Der Ausschuss für Technik und Umwelt blickte am 14. Mai in seiner Sitzung auf die ökologischen Projekte des vergangenen Jahres zurück. Über diese wird nun in einer fünfteiligen Serie berichtet.

Der Umweltschutzbericht steht auch auf der Homepage der Gemeinde zum Download unter www.denkendorf.de/leben-wohnen/natur-umwelt/umwelt bereit.

Im Zweckverband Hochwasserschutz Körsch werden seit 2009 Maßnahmen zum Hochwasserschutz im Rahmen eines gemeinsamen Konzepts umgesetzt. Das dritte Hochwasserrückhaltebecken Richthofenstraße/Katzenbach in Filderstadt-Bernhausen wurde im November letzten Jahres fertiggestellt. Das im Normalfall leere Trockenbecken wird bei Hochwasser geflutet und kann bis zu 30.200 Kubikmeter Wasser aufnehmen. Das Becken dient nicht nur den unmittelbaren Schutz vor Ort am Oberlauf der Körsch, sondern schützt auch die Unterlieger insgesamt, da Hochwasser im Becken zurück gehalten werden und so die Körsch möglichst wenig Wasser bei Starkregen führt.

2017 wurde außerdem die Planung zur Umgestaltung der Körsch im Bereich Heinrich-Werner-Straße entworfen. Die Planung sieht eine naturnahe Gewässergestaltung vor, welche die Körsch erlebbar machen soll und beinhaltet auch ein Konzept zur Verbesserung des örtlichen Hochwasserschutzes. Die für die Umsetzung notwendigen Grundstücksverhandlungen wurden erfolgreich abgeschlossen und die Anlieger entsprechend in die Planungen einbezogen. Allen betroffenen Grundstückseigentümern sei an dieser Stelle nochmals gedankt. 2018 sollen die Genehmigungspläne eingereicht werden. Mit der Maßnahme kann frühestens 2019 begonnen werden.

Der Gemeinderat hat außerdem vergangenes Jahr ein Starkregenrisikomanagementkonzept beauftragt. Damit möchte man Überflutungen wie im Frühsommer 2008, als in kürzester Zeit Häuser und Keller in unserer Gemeinde unter Wasser standen und sich Straßen in Schlammlawinen verwandelt haben, vorbeugen. Die Gemeinde setzt sich bereits seit diesem Unwetter stark für den Hochwasserschutz ein, einzelne punktuelle Abwehrmaßnahmen wurden bereits umgesetzt – andere sind bislang gescheitert, da der erforderliche Grunderwerb nicht vollständig getätigt werden konnte. Damals wurden zum Beispiel die Abwassergräben entlang der Felder vergrößert und ein zusätzlicher Wassereinlauf im Bereich Gänsweide unter der Köngener Straße hindurch eingebaut. Die damals empfohlene Hochwasserschutzmaßnahme im Bereich „Lange Äcker“ musste 2010 zurückgestellt werden. Geplant war eine Erhöhung der Abflussleistung bzw. Rückhaltung durch den Bau von zusätzlichen Entwässerungsgräben. Der zur Umsetzung erforderliche Grunderwerb konnte nicht vollständig getätigt werden, weshalb die Maßnahme bis heute nicht realisiert werden konnte.

Zum Schutz der Natur und Umwelt und zur Reinhaltung des Grundwassers ist die Gemeinde seit vielen Jahren darum bemüht, die Abwasseranlagen regelmäßig zu überprüfen und das Kanalnetz in einem schadenfreien Zustand zu halten. Dieses stark ineinander greifende Gesamtkonzept dient sowohl dem Umweltschutz als auch dem Hochwasserschutz. Im Rahmen der zurückliegenden Sanierungsabschnitte der Eigenkontrollverordnung wurden in den vergangenen elf Jahren bereits insgesamt rund 370 Kanalhaltungen der Schadensklasse 1 und Schadensklasse 2 saniert. Im Jahr 2017 erfolgte die Instandsetzung des Kanalnetzes erneut schwerpunktmäßig im Unterdorf in den Bereichen Aicher Brühl. Insgesamt wurden für rund 208.000 Euro im Rahmen der Roboter- und Inlinersanierung rund vierzehn Haltungen der Schadensklasse 1 und 2 sowie sieben Schächte saniert.  

Die Ertüchtigung der Kläranlage wurde auch im vergangenen Jahr fortgeführt. Ziel der seit über drei Jahre laufenden Arbeiten ist neben der Sicherstellung der Betriebssicherheit vor allem auch die Einsparung von Energieverbräuchen. Die Mess- und Steuertechnik wurde 2017 für rund 500.000 Euro auf den neuesten Stand gebracht. Außerdem wurde eine Photovoltaikanlage auf dem Flachdach der Kläranlage installiert. Die rund 20.000 Euro teure Anlage mit 37 Modulen spart Strom. Annähernd 100 % des produzierten Stroms werden dazu dienen, die ständig auf der Kläranlage vorhandene Grundlast des Strombedarfs zu decken. Man geht von einer jährlichen Stromproduktion zwischen 8.000 und 10.000 kWh aus. Ab einer Produktion von ca. 4.500 kWh jährlich sind die Anschaffungskosten bereits gedeckt. Zur Sicherung der Photovoltaikanlage wurde eine Blitzschutzanlage installiert. Im Jahr 2018 ist im Bauabschnitt 4 die Erneuerung der Steuerung für Rechen und Sandfang vorgesehen.