Obere Ortsmitte: Denkendorf

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Projekt „Ortsmitten – gemeinsam barrierefrei und lebenswert gestalten“

Mit dem letzten Beteiligungsbaustein im Oktober rückt auch das Ende des Projektes „Ortsmitten – gemeinsam barrierefrei und lebenswert gestalten“ näher. Die drei Beteilungsbausteine waren eine Umfrage, ein Planungsspaziergang und ein Workshop vor Ort. Darüberhinaus hat das Planungsbüro einen "Ortsmitten-Check" vorgenommen.

Zum Abschluss wird ein Bericht angefertigt und die Ergebnisse werden auf Landesebene vorgestellt. Die Gemeinde nutzt die Ergebnisse auch, um weiter im Bereich der Quartierentwicklung voranzuschreiten und mögliche Projekte umzusetzen. Im Frühjahr 2021 werden die Ergebnisse im Gemeinderat vorgestellt.

Beteiligungsbaustein 1: Umfrage

Eine Umfrage stellte in Denkendorf den ersten Beteiligungsbaustein des Projektes dar. Basierend auf ersten Analysen eines Fachbüros wurden zehn Thesen für eine lebendige und attraktive Ortsmitte aufgestellt. Es ging dabei z. B. um die Erreichbarkeit, um die Barrierefreiheit oder um Konflikte zwischen den Verkehrsteilnehmenden. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger konnten über die Umfrage sagen, was sie von den einzelnen zehn Thesen halten. Dies geschah auf einer Skala von -3 (stimme nicht zu) bis +3 (stimme vollkommen zu). Zusätzlich konnten Ideen und Gedanken zur Oberen Ortsmitte mitgeteilt werden.

Bürgerinnen und Bürger laut Umfrage mit Oberer Ortsmitte im Schwerpunkt zufrieden

Insgesamt zeigt sich, dass den zehn formulierten Thesen für eine lebendige und attraktive Ortsmitte überwiegend zugestimmt wird. Eine sehr deutliche Ablehnung zu einzelnen Thesen existiert nicht. Anklang finden vor allem Verbesserungen in der baulichen Qualität, Nutzungsqualität, Verweilqualität, Bewegungsqualität sowie Verbesserungen beim Radverkehr und der Nahmobilitätsfreundlichkeit. Über das Freifeld am Ende der Umfrage konnten Ideen und Kommentare für eine lebendige und attraktive Obere Ortsmitte in Denkendorf geteilt werden, was etwas mehr als die Hälfte der Teilnehmenden nutzte: Vielfach wurde das Freifeld für Wünsche und Ideen rund um das Thema Verweilqualität genutzt – häufig in Verbindung mit mehr Sitzgelegenheiten/Spielflächen und dem Ausbau von Grünflächen bzw. Ortsgrün.

Auch wenn es sich um keine strikt wissenschaftliche und repräsentative Umfrage handelt, geben die Ergebnisse dennoch einen sehr guten Einblick in die Bedürfnisse und Wünsche der Bevölkerung. Die Erkenntnisse werden für die weiteren Beteiligungsbausteine aufgegriffen und fließen in die weiteren Planungsschritte ein und sollen auch im zukünftigen Planungsleitbild erkennbar sein.

Fragebogen Umfrage (PDF-Datei)

Dokumentation Umfrage (PDF-Datei)

Beteiligungsbaustein 2: Planungsspaziergang

In einem zweiten Beteiligungsbaustein des Modelprojektes begann der Planungsspaziergang am Mittwoch, 28. Juli an der Grünfläche Mühlhaldenstraße/Südstraße und führte über die Ochsenkreuzung und die Hindenburgstraße bis zur Kloster Apotheke (Uhlandstraße/Goethestraße).

Gemeinsam mit 20 interessierten Bürgerinnen und Bürgern, Bürgermeister Ralf Barth, Verwaltungsmitarbeitern und der Planersocietät, wurden ausgewählte Problem- und Potenzialräume in der und um die Obere Ortsmitte betrachtet. Knapp die Hälfte der Teilnehmer meldete zurück auch am ersten Beteiligungsbaustein teilgenommen zu haben. An jeder Station des Planungsspaziergangs konnten die Bürger als „Vor-Ort-Experten“ Wünsche, Mängel und Lösungsvorschläge nennen und mit allen Beteiligten diskutieren.

Dokumentation Planungsspaziergang (PDF-Datei)

 

Beteiligungsbaustein 3: Workshop Obere Ortsmitte

Im dritten und letzten Beteiligungsbaustein des Projektes wurden in der Oberen Ortsmitte rund um die Ochsenkreuzung verschiedene Workshops und Marktstände aufgestellt. Das Ziel war es, einen Ort für Wünsche, Anregungen und Ideen zu gestalten. Es ging darum zu verstehen, was die Obere Ortsmitte kann und können sollte. Die Bürgerinnen und Bürger wurden darüber informiert, wie das Projekt bereits verlaufen ist und was noch folgen soll. Ergebnisse der vorherigen Bausteine wurden vorgestellt und Gestaltungsideen aus anderen Projekten wie der verkehrsberuhigte Geschäftsbereich wurden erklärt. Eine visuelle Radanlage demonstrierte wie Fahrradstellplätze geschaffen werden können. Zwischen 16.30 und 19 Uhr konnten drei verschiedene Stationen besucht werden. An den Stationen standen sowohl das Fachbüro als auch die Gemeindeverwaltung für Fragen und Diskussionen rund um das Thema Ortsmitte zur Verfügung.

Dokumentation Workshop (PDF-Datei)

 

Denkendorf – eine von insgesamt 20 Modellkommunen in Baden-Württemberg

Die Landesregierung Baden-Württemberg hat 2019 das ressortübergreifende Impulsprogramm „Na klar, zusammen halt …“ ins Leben gerufen. Im Rahmen verschiedener und konkreter Projekte soll das Miteinander im Land gestärkt werden. Eines dieser Projekte läuft unter dem Namen „Ortsmitten – gemeinsam barrierefrei und lebenswert gestalten“ und wurde unter Federführung des Ministeriums für Verkehr (VM) gemeinsam mit dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) und dem Ministerium für Soziales und Integration (SM) konzipiert. Unter der Leitung der der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) entwickelt die Planersocietät gemeinsam mit pesch partner architekten stadtplaner GmbH – unter wissenschaftlicher Begleitung – in 20 baden-württembergischen Kommunen Planungsleitbilder für lebenswerte Ortsmitten.

Die Ausgangssituation

Wie steht es um die Obere Ortsmitte in Denkendorf?

Der öffentliche Raum hat durch die zunehmende Mobilisierung und Verkehr seine Kernfunktion als sozialer, kultureller, öffentlich und vielfältig nutzbarer Raum eingebüßt. Insbesondere im ländlichen Raum und in peripheren Stadtteilen fehlt es vielen Kommunen häufig an lebenswerten, attraktiven und kommunikativen Orts-mitten mit unterschiedlichen Funktionen, die ein Gemeinschaftsgefühl aufkommen lassen. Viel mehr sind sie durch nicht mehr zeitgemäß gestaltete Aufenthaltsflächen, funktionale Mängel und Lärm gekennzeichnet oder fehlen schlichtweg. Ein funktionierende Ortsmitte kennzeichnet sich hingegen durch ansprechende viel-fältig nutzbare Straßenraum- und Platzgestaltung aus. Sie verfügt neben Einrichtungen des täglichen Bedarfs auch über ausreichend medizinische, soziale oder kulturelle Angebote. Es gibt generationsübergreifende Treffpunkte, ergänzt durch eine gute ÖPNV-, Rad- und Fußverkehrsanbindung. Diese Faktoren bilden einen funktionellen Raum der Identifikation, des Austauschs und der Teilhabe für Jung und Alt.

Der Projektprozess

Spezifische Ausgestaltung des Planungsprozesses in Denkendorf

Im Rahmen eines standardisierten Verfahrens wird in den 20 Kommunen, in Zusammenarbeit mit Verwaltung, Politik, gesellschaftlichen Akteuren und der Bürgerschaft, der Transformationsprozess der Ortsmitten gestartet und gestaltet werden. Fester Bestandteil je Kommune ist die Erstellung eines Planungsleitbildes für die Ortsmitte in einem dialogorientierten Prozess. Die zugeschnittenen Beteiligungskonzepte berücksichtigen kommunalspezifische Strukturen und Rahmenbedingungen und fördern vor allem auch eine nachhaltige Implementierung der entsprechend zu ergreifenden Maßnahmen. Bedient wird sich dabei an kommunikativ-partizipativen Bausteinen.

Das Ziel

Wie kann die Obere Ortsmitte in Denkendorf zukünftig aussehen?

Die Umsetzung des Projektes soll einen ersten richtungsweisenden Beitrag leisten, das vom VM ausgegebene Ziel zu erreichen, bis 2030 500 lebendige und verkehrsberuhigte Ortsmitten im Land zu schaffen. Mit Hilfe der gesammelten Erfahrungen aus den 20 Ortsmitten soll ein Leitfaden für andere Kommunen entstehen der das Projekt in die Fläche bringt und anderen Kommunen Ideen und Inspirationen für eigene Aktivitäten liefern soll.

Quartiersentwicklung

Das Ortsmitten-Projekt ist ein wichtiger Baustein für den laufenden Quartiersentwicklungsprozesses „Älterwerden in Denkendorf gemeinsam gestalten“, aus dem bereits vielfältige Bürgeranregungen zur Weiterentwicklung des Gebietes Schafhaus vorliegen.