Workshop: Biotopverbundplanung in Denkendorf
Mit der Biotopverbundplanung möchte die Gemeinde natürliche Lebensräume für Tiere und Pflanzen erhalten, miteinander vernetzen und weiterentwickeln. Wie sich Lebensräume besser gestalten und verbinden lassen, stand im Mittelpunkt eines Workshops am 5. März 2026 im Rathaus. 15 Teilnehmer aus Landwirtschaft, Jagd, Naturschutz, Schule und Verwaltung kamen zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, Herausforderungen zu benennen und erste Ideen für konkrete Maßnahmen zu sammeln.
Zu Beginn begrüßte Bürgermeister Ralf Barth die Anwesenden und betonte die Bedeutung eines vernetzten Denkens in der Landschaftsplanung. Biotope sollen künftig stärker als zusammenhängende Lebensräume betrachtet werden. Ziel sei es, Natur- und Artenschutz gemeinsam mit den lokalen Akteuren weiterzuentwickeln.
Als Einführung diente ein fachlicher Impuls von Dipl.-Biologin Franziska Langenholt vom Büro für Landschafts- und Umweltplanung, die die Grundlagen der Biotopverbundplanung vorstellte. Dabei erläuterte sie, dass viele Lebensräume zwar grundsätzlich vorhanden, jedoch häufig nicht ausreichend miteinander verbunden seien. Für viele Tier- und Pflanzenarten sei es deshalb schwierig, geeignete Lebensräume zu erreichen oder zwischen ihnen zu wechseln. Besonders wichtig sei daher die Entwicklung von sogenannten „Trittsteinen“ und vernetzten Strukturen in der Landschaft.
Gemeinsam für Natur und Landschaft
In der anschließenden Gesprächsrunde schilderten Vertreter aus Landwirtschaft, Jagd und Naturschutz ihre praktischen Erfahrungen aus der täglichen Arbeit im Gelände. Dabei wurde deutlich, dass sich Landschaft und Artenvorkommen in den vergangenen Jahrzehnten spürbar verändert haben. Viele Teilnehmer berichteten von einem Rückgang bestimmter Tierarten wie Rebhuhn, Fasan und Gelbbauchunke sowie von zunehmenden Herausforderungen durch Freizeitdruck, etwa durch stark frequentierte Wege oder freilaufende Hunde.
Ein weiteres Thema war die Pflege und Nutzung von Flächen, insbesondere im Bereich Oberes und Unteres Roth. Hier wurde erläutert, dass Beweidung durch Rinder oder Ziegen eine wichtige Rolle für die Offenhaltung von Flächen spielen kann. Gleichzeitig sei jedoch zusätzliche Pflege notwendig, um beispielsweise eine starke Ausbreitung von Brombeeren oder Gehölzen zu verhindern. Auch der steigende Arbeitsaufwand für Bewirtschafter sowie der zunehmende Mangel an ehrenamtlicher Unterstützung wurden angesprochen.
Gewässerverunreinigung und Lichtverschmutzung
Darüber hinaus wurden verschiedene ökologische Themen diskutiert, darunter die zunehmende Müllproblematik, der generelle Zustand von Gewässern und Feuchtgebieten, der Umgang mit Nährstoffeinträgen sowie der Einfluss von Lichtverschmutzung auf nachtaktive Tierarten. Besonders bei Beleuchtung von Gebäuden und Firmengeländen wurde ein stärkeres Bewusstsein für naturverträgliche Lösungen angeregt.
Zum Abschluss des Treffens wurden erste potenzielle Maßnahmen gesammelt. Mögliche Bürgerprojekte, Konfliktbereiche und Lebensraumverbindungen wurden gemeinsam auf einer großen Karte markiert.
Viele Perspektiven – ein gemeinsames Ziel
Ziel des Prozesses ist es nun, aus den gesammelten Ideen etwa zehn konkrete Maßnahmen für die zukünftige Biotopverbundplanung zu entwickeln. Der Abend zeigte deutlich, wie wertvoll der Austausch zwischen Fachplanung, Bewirtschaftern, Naturschutz und Bürgerschaft ist. Viele der Teilnehmer brachten ihre praktischen Erfahrungen ein und machten deutlich, dass erfolgreiche Maßnahmen nur im gemeinsamen Dialog entstehen können. Bürgermeister Barth bedankte sich dafür ausdrücklich.
Die Gemeinde wird die Ergebnisse des Treffens nun auswerten und in die weitere Planung einfließen lassen. Ziel bleibt es, die biologische Vielfalt langfristig zu stärken und die Landschaft als zusammenhängenden Lebensraum für Mensch, Tiere und Pflanzen zu erhalten.





