Abschied mit viel Herz und Musik
Im Sitzungssaal des Rathauses Denkendorf ist am Mittwoch, 1. April 2026, eine Persönlichkeit verabschiedet worden, deren Wirken die Gemeinde über mehr als drei Jahrzehnte hinweg geprägt hat: Anne Demuth. Zahlreiche Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter waren der Einladung gefolgt, um ihr in einem bewusst klein gehaltenen, aber umso persönlicheren Rahmen Danke zu sagen.
Bürgermeister Ralf Barth eröffnete die Feierstunde und betonte gleich zu Beginn, dass man sich bei der Gästeliste habe beschränken müssen – andernfalls hätte man „ohne Weiteres die Festhalle füllen können“. Dies verdeutlichte bereits, welchen Stellenwert Anne Demuth in Denkendorf genießt. Musikalisch umrahmt wurde die Verabschiedung mit einem Chor, der aus den über 30 geladenen Gästen gebildet wurde und der die Feier zu etwas ganz Besonderem machte.
Ein Leben für die Gemeinschaft
In seiner Ansprache blickte Bürgermeister Barth auf den beeindruckenden Lebens- und Ehrenamtsweg von Anne Demuth zurück, die am 7. Januar 1991 aus Saarbrücken nach Denkendorf zog. Schnell wurde deutlich: Ihr Engagement reichte weit über einzelne Bereiche hinaus. Ob als Mutter, in der katholischen Kirchengemeinde, im Elternbeirat von Kindergarten bis Gymnasium oder im kulturellen Leben – etwa im Kirchenchor, Liederkranz, Theater oder der Künstlergruppe SPECTRUM – Anne Demuth war stets eine treibende Kraft.
Ein besonderer Schwerpunkt ihres Wirkens lag im sozialen Bereich, insbesondere in der Unterstützung älterer Menschen und von Menschen mit Demenz. Über viele Jahre hinweg engagierte sie sich in der katholischen Nachbarschaftshilfe – zunächst als Helferin, später als Einsatzleiterin. In dieser Funktion initiierte und entwickelte sie zahlreiche Angebote, darunter Betreuungsdienste für Menschen mit Demenz, Gruppenangebote wie das MAKS-Training sowie zusammen mit der Projektgruppe „Demenzfreundliche Kommune“ das „Café Begegnung zur guten Stunde“, das sie schließlich leitete.
Auch innovative Projekte tragen ihre Handschrift: So war sie maßgeblich an der Idee und Gestaltung des Sinnesgartens beteiligt und setzte sich intensiv für die Entwicklung einer demenzfreundlichen Kommune ein. Als Gründungsmitglied dieser Arbeitsgruppe prägte sie deren Arbeit entscheidend – nicht zuletzt durch kreative Ansätze wie Kunstprojekte, die Generationen miteinander verbinden.
Kreativität und Menschlichkeit als Markenzeichen
Besonders hervorgehoben wurde Anne Demuths Fähigkeit, Menschen mit Offenheit und Wärme zu begegnen. „Mit Ihrer zugänglichen Art und Ihrem Blick für den einzelnen Menschen haben Sie die Herzen der Denkendorferinnen und Denkendorfer erobert“, betonte Bürgermeister Barth. Viele ihrer Ideen seien anfangs ambitioniert erschienen – und wurden dank ihres Engagements doch erfolgreich umgesetzt.
Die Liste ihrer Aktivitäten ist lang: Mitarbeit in zahlreichen Arbeitsgruppen zur Altenhilfe und Quartiersentwicklung, Initiativen für Begegnungsangebote, Kunstprojekte mit Schulen und Pflegeeinrichtungen sowie ihr Wirken als zertifizierte Kunstbegleiterin für Menschen mit Demenz. Ihr künstlerisches Talent floss dabei immer wieder in ihre Projekte ein – so basiert etwa das Logo der Arbeitsgruppe „Demenzfreundliche Kommune“ auf einem ihrer Bilder.
Bewegender Abschied – und ein offenes Weiterwirken
Sichtlich bewegt nahm Anne Demuth die vielen Dankesworte entgegen. In einem persönlichen Gesprächsteil sowie bei anschließenden Begegnungen hatten die Gäste Gelegenheit, sich individuell von ihr zu verabschieden. Eine besondere Geste bildete dabei das Überreichen von Tulpen: Jede einzelne Blume stand für einen persönlichen Gruß – gemeinsam ergaben sie am Ende einen großen, symbolischen Strauß.
Ganz verabschieden wird sich Anne Demuth jedoch nicht aus Denkendorf. Ihre Kunstprojekte möchte sie weiterhin fortführen. Damit bleibt ein Teil ihres Wirkens der Gemeinde erhalten. Mit ihrem Engagement, ihrer Kreativität und ihrer Menschlichkeit hat sie Denkendorf nachhaltig geprägt. Ihr Abschied hinterlässt eine Lücke – zugleich aber auch ein starkes Fundament, auf dem vieles weiterwachsen kann.







