Nachhaltig handeln – heute und morgen (Teil 2 von 5)
Umweltschutz ist eine Aufgabe, die uns alle betrifft – heute genauso wie morgen. In Denkendorf gibt es viele unterschiedliche Projekte und Maßnahmen, die dazu beitragen, unsere Umwelt zu schützen, Ressourcen zu schonen und unsere Gemeinde lebenswert zu erhalten. Der Ausschuss für Technik und Umwelt hat in seiner Sitzung am 21. September 2026 den Umweltschutzbericht 2023–2026 zur Kenntnis genommen. In einer fünfteiligen Serie stellen wir daraus verschiedene Themen und Projekte näher vor. Im folgenden und zweiten Teil geht es um das Thema Natur.
Wer durch die Landschaft rund um Denkendorf spaziert, begegnet fast überall alten Apfelbäumen, Wiesen, kleinen Feldgehölzen und dem Wechsel zwischen Wald und offenen Flächen. Für viele gehören diese Bilder einfach zu Denkendorf dazu.
Doch Streuobstwiesen sind mehr als eine schöne Kulisse. Sie sind Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen, prägen das Landschaftsbild und gehören zu unserer örtlichen Identität. Gleichzeitig wird es zunehmend schwieriger, diese Kulturlandschaft zu erhalten. Manche Flächen werden nicht mehr bewirtschaftet, Bäume werden nicht mehr gepflegt und Eigentumsverhältnisse sind manchmal kompliziert.
Genau hier setzt das Projekt „ZukunftsErbe Streuobst“ an. Denkendorf wurde 2026 in das Projekt des Vereins Schwäbisches Streuobstparadies aufgenommen. Ziel ist es, Streuobstwiesen langfristig zu sichern, Wissen weiterzugeben und neue Menschen für die Bewirtschaftung zu gewinnen.
Dass Streuobst in Denkendorf nicht nur ein Thema für Fachleute ist, zeigt die Denkendorfer Moste. Sie befindet sich seit 2015 in kommunaler Hand. Gemeinsam mit Partnern wird aus dem Obst von Denkendorfer Streuobstwiesen der „Denkendorfer Körschtal-Apfelsaft“. Und mit den „Gelben Bändern“ gibt es eine einfache Möglichkeit, nicht abgeerntetes Obst anderen zur Verfügung zu stellen. So wird aus einem Apfel am Baum am Ende vielleicht ein Glas Saft auf dem Frühstückstisch – und aus einer ungenutzten Frucht ein kleines Stück Nachhaltigkeit.
Auch an anderen Stellen wird daran gearbeitet, der Natur wieder mehr Raum zu geben. In der Mädershalde wurde eine rund 6.200 Quadratmeter große Fläche so entwickelt, dass dort wieder eine offene Magerrasenlandschaft entstehen kann. Ziegen und Schafe sollen dabei helfen, die Fläche offen zu halten. Davon profitieren auch seltene Tier- und Pflanzenarten.
Seit 2024 beteiligt sich Denkendorf außerdem am landesweiten Biotopverbund. Dabei geht es vereinfacht gesagt darum, einzelne Lebensräume miteinander zu verbinden. Denn Tiere brauchen nicht nur einen einzelnen geschützten Platz, sondern Wege und Verbindungen zwischen verschiedenen Lebensräumen. In Workshops haben deshalb Landwirtschaft, Jagd, Naturschutz und Bürgerschaft gemeinsam darüber gesprochen, was vor Ort gebraucht wird. Auch Probleme wie freilaufende Hunde, Müll in der Landschaft, Lichtverschmutzung oder der Rückgang bestimmter Tierarten kamen zur Sprache.
Und auch der Wald steht vor neuen Herausforderungen. Im Gemeindewald soll insbesondere der labile Fichtenbestand in der Mädershalde langfristig zu einem stabilen Eichen-Laubbaum-Mischbestand entwickelt werden.
Naturschutz bedeutet also nicht, eine Landschaft einfach sich selbst zu überlassen. Manchmal bedeutet er Pflege, manchmal Veränderung und manchmal vor allem eines: langfristig dranzubleiben.
Thema der kommenden Woche
Wo Wasser fließt, entsteht Leben. Wasser kann aber auch zur Gefahr werden. Deshalb berichten wir in der nächsten Woche über „Wenn Wasser zum Thema wird“. Dabei geht es um die Körsch, Hochwasser und die Frage, wie Denkendorf mit Starkregen umgeht.







