Die Evangelische Kirchengemeinde begrüßt ihre neuen Pfarrer

Manuel Spohn und Dr. Michael Jonas wurden in einem festlichen Investitur-Gottesdienst in der Klosterkirche von Dekan Klaus-Peter Lüdke in ihr Amt eingesetzt. Bei strahlendem Sonnenschein hatten die Denkendorferinnen und Denkendorfer dann im Anschluss beim Stehempfang im Klosterhof noch Gelegenheit, die beiden neuen Pfarrer persönlich kennenzulernen.
Manuel Spohn wird als Pfarrer der Klosterkirche die Geschäftsführung der Kirchengemeinde übernehmen, Dr. Michael Jonas wird in Denkendorf eine 50 Prozent-Stelle wahrnehmen und zudem als Fachreferent für Ökumene im Evangelischen Oberkirchenrat in Stuttgart tätig sein.
Er ist bereits im Pfarrhaus der Auferstehungskirche eingezogen, während Manuel Spohn derzeit noch darauf wartet, dass die Renovierung des denkmalgeschützten Pfarrhauses bei der Klosterkirche abgeschlossen ist. Erst dann kann er mit seiner Frau Miriam und den Kindern Johanna (9), Gabriel (7) und Phileas (2) die Pfarrwohnung beziehen.
Nachdem Klaus-Peter Lüdke, Dekan des Evangelischen Kirchenbezirks Esslingen, die beiden Pfarrer in der vollbesetzten Klosterkirche auf ihr Amt verpflichtet und gesegnet hatte, präsentierten sich die beiden Theologen in einer gemeinsamen Predigt der Gemeinde. Im Dialog sprachen sie über den Bibelvers „Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit“. Zuvor hatten die beiden sich vorgestellt und beschrieben, wie ihre Vorstellung von Kirche aussieht.
Dass nun beide Pfarrstellen – an der Klosterkirche und an der Auferstehungskirche – wiederbesetzt sind, darüber freute sich nicht nur Andreas Hemminger, als Vertreter des Kirchengemeinderats. In ihren Grußworten betonten dies auch Bürgermeister Ralf Barth sowie der CVJM-Vorsitzende Jochen Hemminger und Frank Deuschle, der sowohl als Vorsitzender des Evangelischen Kleinkinderpflegevereins als auch für den Krankenpflegeverein Manuel Spohn und Dr. Michael Jonas willkommen hieß.
Zwei unterschiedliche Wege nach Denkendorf
Manuel Spohn ist in Sankt Johann auf der Schwäbischen Alb aufgewachsen. Sein Interesse an der Theologie wurde bereits in der Schule und der kirchlichen Jugendarbeit geweckt. Als Jugendmitarbeiter hätte ihm am meisten Freude bereitet, Andachten vorzubereiten, erzählt der 36-Jährige. „Damals entstand der Wunsch, Pfarrer zu werden.“ Diesen Wunsch, sich intensiv mit dem Glauben zu beschäftigen, könne er so mit dem Beruf verbinden. Studiert hat Spohn in Tübingen und Wien. Er war danach Vikar in Remseck-Hochberg und die letzten sieben Jahre Pfarrer in Darmsheim. Weite und Tiefe bei der Vermittlung des Glaubens zu verbinden, das ist sein Anliegen als Theologe. „Ich habe Freude daran, Menschen mit dem Glauben in Kontakt zu bringen“, sagt Spohn. Dabei gehe es ihm darum, möglichst viele Menschen anzusprechen und einzuladen und zwar in einer Weise, die es ihnen erlaube, viel für ihren Alltag mitzunehmen. „Ich möchte das, was ich theologisch gelernt habe, in eine Sprache überführen, die die Menschen verstehen. Sie sollen erkennen, was sich durch Gott in ihrem Leben verändert.“ Weite und Tiefe sollen auch im Gottesdienst erkennbar werden, betont der Theologe. „Ich finde es zudem gut, wenn die Kirche breit aufgestellt ist – gesellschaftspolitisch wie diakonisch.“
Dr. Michael Jonas kommt aus dem Zentrum des Katholizismus ins evangelisch-pietistisch geprägte Denkendorf. Acht Jahre lang war der 49-Jährige promovierte Theologe im Auftrag der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) Pfarrer der evangelisch-lutherischen Gemeinde in Rom.
Studiert hat Michael Jonas, der in Balingen geboren und aufgewachsen ist, in Tübingen, Heidelberg und Rom. Schon als Student in Rom knüpfte er Kontakte zur deutschen evangelischen Gemeinde, die auch danach fortbestanden. Später wurde er Studienleiter am dortigen ökumenischen Studieninstitut, dem Melanchthonzentrum, bevor Jonas 2012 als Pfarrer nach Schramberg wechselte. 2018 ging es dann wieder nach Rom. Auch an beeindruckende Begegnungen mit Papst Franziskus erinnert er sich gerne. Als einziger deutschsprachiger evangelisch-lutherischer Pfarrer dort gehörte zu seinen Aufgaben das Eintreten für die Ökumene. „Ich habe in Rom eine große Offenheit und Wertschätzung für die Ökumene erlebt – vom Vatikan, der Diözese und den Pfarrgemeinden.“ Es sei wichtig, in Zeiten des gesellschaftlichen Auseinanderdriftens zu zeigen, „dass man trotz unterschiedlicher Glaubensinhalte die Differenz harmonisch leben kann“.
Erstellt von Ulrike Rapp-Hirrlinger, Pressebeauftragte des Ev. Kirchenbezirks Esslingen







