Förderantrag bewilligt - jetzt geht es gemeinsam weiter
Gute Nachrichten für die Zukunft des ehemaligen CAP-Markts: Das Land Baden-Württemberg hat die Gemeinde mit ihrem Projekt „Nachbarschaftskantine Plus“ in das Förderprogramm „Quartiersimpulse“ aufgenommen. Damit ist ein wichtiger Schritt geschafft, um den begonnenen Beteiligungsprozess fortzuführen und gemeinsam mit der Bürgerinitiative die Ideen für einen neuen Ort der Begegnung weiterzuentwickeln.
Rund 120 Bürger waren im Juli der Einladung der Gemeinde in die Räume des ehemaligen CAP-Markts gefolgt. Gemeinsam wurde diskutiert, ausprobiert und überlegt: Was braucht es im Ort? Wie wollen wir künftig miteinander leben und Zeit verbringen? Und wie kann aus den rund 400 Quadratmetern des ehemaligen CAP-Marktes ein Ort werden, der von vielen Menschen getragen und genutzt wird?
Das Interesse war groß – und der Funke ist übergesprungen. Mehr als 60 Menschen signalisierten bereits an diesem Abend ihre Bereitschaft, den weiteren Weg aktiv mitzugestalten. Sie bilden damit den ersten Kreis der neu entstandenen Bürgerinitiative.
Ein Ort für viele Ideen
Im Mittelpunkt steht die Idee einer „Kantine+“. Die Kantine soll dabei mehr sein als ein Ort zum Essen. Sie könnte ein Treffpunkt für alle Generationen werden: für einen gemeinsamen Mittagstisch, eine Tasse Kaffee oder ein gutes Gespräch ebenso wie für Repair-Cafés, Spieleabende, Näh- und Handarbeitsangebote, Veranstaltungen oder Angebote für Familien. Auch Unterstützung für ältere Menschen, gemeinsame Kochaktionen oder Möglichkeiten zum Tauschen und Reparieren wurden von den Bürgern angeregt.
Das „Plus“ macht dabei den entscheidenden Unterschied: Es gibt noch kein fertiges Konzept. Vielmehr soll sich der Ort gemeinsam mit den Menschen im Ort entwickeln. Welche Angebote tatsächlich entstehen, wie die Räume genutzt werden und wie der spätere Betrieb organisiert wird, soll Schritt für Schritt gemeinsam erarbeitet werden.
Viele Schultern, viele Möglichkeiten
Genau hier setzt das Förderprogramm „Quartiersimpulse“ an. Das Land Baden-Württemberg unterstützt damit Projekte, die das Zusammenleben vor Ort stärken und die Bürger aktiv in die Entwicklung ihrer Quartiere einbeziehen. So heißt es im Bewilligungsschreiben des Sozialministeriums: „Heute das Zusammenleben von morgen gestalten“ – dieses Ziel stehe im Mittelpunkt der Landesstrategie „Quartier 2030 – Gemeinsam.Gestalten.“ Lebendige Nachbarschaften könnten dort entstehen, wo Menschen Verantwortung füreinander übernehmen und sich gegenseitig unterstützen.
55.000 Euro für die Nachbarschaftskantine Plus
Für die Gemeinde bedeutet die Förderzusage nun: Der gemeinsam begonnene Weg kann weitergehen. Insgesamt stehen für die Prozessschritte auf dem Weg zu einer neuen „Nachbarschaftskantine Plus“ in den kommenden 16 Monaten 80.000 Euro zur Verfügung, von denen nun 55.000 Euro gefördert werden. Die verbleibenden 25.000 Euro werden von der Gemeinde finanziert. Hierzu zählen auch bereits rund 10.000 Euro für eine mögliche Startausstattung eines Selbstbedienungsbereichs. Die weitere Entwicklung wird fachlich durch die MYZELIUM UG begleitet. Dabei geht es nicht darum, von außen ein fertiges Modell nach Denkendorf zu bringen. Vielmehr sollen gemeinsam mit der Bürgerinitiative die Ideen aus der Bürgerschaft weiterentwickelt und auf die Bedürfnisse vor Ort zugeschnitten werden. Bis Januar 2027 geht es zunächst darum, die Gemeinschaft weiter aufzubauen und gemeinsam Ideen zu entwickeln. In Phase 2 wird daraus ein konkretes Konzept, das den späteren Betrieb vorbereitet. Parallel dazu richtet die Gemeinde die Fläche baulich her. Die Möglichkeiten, sich einzubringen, sind vielfältig – als Gast, Mitglied, Mittragender oder vielleicht später auch in einer verantwortlichen Rolle.
Gemeinsam weiterdenken
Mit der Förderzusage kann nun das Vorhaben weitergehen. Welche Angebote werden tatsächlich gebraucht? Wie kann ein regelmäßiger Betrieb funktionieren? Und wie gelingt es, Verantwortung auf viele Schultern zu verteilen? Auf diese Fragen gibt es heute noch nicht für alles eine Antwort. Genau deshalb soll der Prozess gemeinsam gestaltet werden. Aus den ersten Gesprächen soll nun mehr entstehen. Die Gemeinde schafft dafür den Rahmen, die inhaltliche Entwicklung soll aus der Bürgerschaft heraus erfolgen.
Nach der Info der Förderzusage des Landes Baden-Württemberg wird die Gemeindeverwaltung mit den Verantwortlichen von MYZELIUM nun den weiteren Prozessverlauf abstimmen. Schon in wenigen Wochen soll es losgehen – wir werden im Gemeindeanzeiger darüber berichten.
Wer sich bisher noch nicht beteiligt hat, aber neugierig geworden ist oder eigene Ideen einbringen möchte, ist ausdrücklich willkommen. Wenden Sie sich bei Interesse gerne per E-Mail an gemeinde(@)denkendorf.de. Denn die „Nachbarschaftskantine Plus“ soll kein Projekt für einige wenige werden, sondern ein Ort, der von der Gemeinschaft lebt. Der ehemalige CAP-Markt bietet dafür Raum – im wahrsten Sinne des Wortes. Nun geht es darum, diesen Raum gemeinsam mit Leben zu füllen.






