Aktuelles aus der Gemeinde: Denkendorf

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Ringschluss S-Bahn Filderebene-Neckartal kommt nicht

Gemeinderat bedauert Entscheidung des Verbands Region Stuttgart

Mit allergrößtem Bedauern nahm der Gemeinderat in seiner Sitzung am Montag zur Kenntnis, dass es langfristig keinen Schienenanschluss in der Gemeinde geben wird. Der Verband Region Stuttgart hat dem Ringschluss S-Bahn Filderebene-Neckartal auf Basis einer Machbarkeitsstudie vor allem aus Gründen der Wirtschaftlichkeit eine Absage erteilt. „Der Fokus für Denkendorf muss damit weiterhin auf die Optimierung der Busverbindungen im Rahmen der Nahverkehrsplanung gelegt werden“, hob Bürgermeister Ralf Barth hervor.

Hoffnung auf Schienenanschluss

„Bereits seit vielen Jahren besteht in Denkendorf der ausdrückliche Wunsch nach einer Schienenanbindung. Mit einem Fahrgastpotential aus über 11.000 Einwohnern wurde und wird die Hoffnung einer direkten Anbindung an das Schienennetz der Region Stuttgart verbunden“, erläuterte Bürgermeister Ralf Barth im Rahmen der Gemeinderatssitzung am Montag.

Sowohl von Seiten der jeweils amtierenden Bürgermeister, wie auch aus den Reihen des Gemeinderats, Kreistags und den Parteien wurde immer wieder auf politischen Ebenen der Anschluss thematisiert und vorangetrieben. Wohlwissend, dass dieser Wunsch und Weg eine schwerer und weiter sein wird, aber angesichts laufender Diskussionen nach alternativer und nachhaltiger Mobilität, veränderten gesetzlichen Rahmenbedingungen und politischer Grundausrichtungen wurden die Chancen in den letzten Jahren tendenziell steigend betrachtet.

Machbarkeitsstudie

Im Jahr 2017 hat der Verkehrsausschuss des Verbandes der Region Stuttgart konkret beschlossen, eine bessere Anbindung des Filderbereichs an den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) im Rahmen einer Machbarkeitsstudie untersuchen zu lassen. Dies war der Einstieg, die politische Diskussion mit Zahlen zu hinterlegen. Durch die Machbarkeitsstudie wurden verschiedene Trassenführungen untersucht, einige davon sahen eine Anbindung Denkendorfs über die Verlängerung der S-Bahnlinie von Neuhausen kommend vor. Eine Variante verfolgte beispielsweise den Streckenverlauf weiter durch das Körschtal, eine weitere über Köngen nach Wendlingen.

Wirtschaftlichkeitsuntersuchung

Im Anschluss an die Machbarkeitsstudie folgte eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung mit mehreren Trassenvarianten. Aus Denkendorfer Sicht erfreulich, dass neben der Variante Neuhausen – Denkendorf – Körschtal mit das höchste Fahrgastpotential zugeschrieben wurde. Wohlwissend, dass die bauchrechtlichen und ökologischen Herausforderungen im Zusammenhang mit einer Schienentrasse durch das Körschtal beachtlich wären. Im Laufe der Untersuchung wurden – auf Grund der bekannt gewordenen Überlegungen des Bundes zum sog. Gäubahntunnel – nach und nach weitere Verbindungsvarianten ebenfalls in die Prüfungen mit aufgenommen.

Entscheidung Verband Region Stuttgart

Im Verkehrsausschuss des Verbandes Region Stuttgart am 21.04.2021 wurden die verschiedenen untersuchten Varianten mit Fokus auf die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung vorgestellt – leider mit aus Denkendorfer Sicht ernüchterndem Ergebnis. Über die Ergebnisse wurde auch umfassend in den örtlichen und lokalen Medien berichtet.

Insgesamt wurden acht Varianten der Cluster „Trasse über Neuhausen“, „Trasse über die Neubaustrecke“, „Filstal-Hauptbahnhof Stuttgart-Flughafen“ und die „Gäubahnalternativen“ untersucht.

Ergebnis ist, dass nahezu alle untersuchten Varianten ein deutlich zu niedriges Nutzen-Kosten-Verhältnis haben. Dabei weisen die Varianten zwar eine sehr hohe verkehrliche Wirkung auf, dem gegenüber stehen jedoch erhebliche Infrastrukturinvestitionskosten und hohe Betriebskosten. Einzig die Variante „StuKiX“ (Stuttgart-Kirchheim-Express) liegt in einem Nutzen-Kosten-Verhältnis, die weitergehende vertiefende Betrachtungen rechtfertigt. Aufgrund der auch nur im Ansatz fehlenden Wirtschaftlichkeit der Varianten werden diese Untersuchungen nun nicht weiterverfolgt.

Die Sitzungsunterlagen des Verkehrsausschusses des Verbands der Region Stuttgart von seiner 20. Sitzung vom 21.04.2021 sind im Ratsinformationssystem des Verbands über deren Homepage abrufbar (https://www.region-stuttgart.org/).

Bedauern der Gemeinde

Damit muss der langgehegte Wunsch eines S-Bahn-Anschluss für Denkendorf nicht nur mittelfristig, sondern wohl auch auf lange Sicht aufgegeben werden. „Wir nehmen dieses Ergebnis für Denkendorf mit allergrößtem Bedauern zur Kenntnis. Der Fokus für Denkendorf muss damit weiterhin auf der Optimierung der Busverbindungen im Rahmen der Nahverkehrsplanung gelegt werden. Zudem sollte es auch keine Denkverbote im Hinblick auf alternative oder direkte Anbindungsmöglichkeiten wie Seilbahnverbindung oder bevorrechtigter Busverkehr an die nächsten Schienenanschlüsse in Nellingen, Neuhausen und möglicherweise weitere geben“, hob Bürgermeister Ralf Barth im Rahmen der Sitzung hervor.