Aktuelles aus der Gemeinde: Denkendorf

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Förster Schöllkopf führte interessierte Besucher durch den Gemeindewald

Wie geht es dem Denkendorfer Wald im Klimawandel?

Wie geht es unserem Wald? Diese Frage treibt in Zeiten des Klimawandels viele Menschen um. Der Leiter des Fortrevieres Denkendorf, Förster Albrecht Schöllkopf, bot am letzten Wochenende im Juli zwei Führungen in den Denkendorfer Kommunalwald für interessierte Bürgerinnen und Bürger zu diesem Thema an, die regen Zuspruch fanden. Hier einige Informationen zum Nachlesen.

Der globale Klimawandel trifft auch unsere heimischen Wälder. Insbesondere steigende Durchschnittstemperaturen, weniger Niederschläge und häufigere Wetterextreme belasten die Waldökosysteme. Dies führt zu Veränderungen der Wälder. Welche Baumarten werden mit den zu erwartenden Klimaveränderungen zukünftig am besten zurechtkommen? Wie lässt sich der Anteil dieser klimastabilen Baumarten erhöhen? Wie wird unser Wald aussehen, wenn auf dem Feldberg einmal Weinbauklima herrschen wird? Diese Fragen standen im Zentrum der Führungen.

In Zukunft naturnahe, vielfältige Mischwälder

„Anpassungsmaßnahmen sind notwendig“, lautet die Überzeugung von Förster Schöllkopf. Dieser Umbauprozess ist im Wald bereits seit 30 Jahren im Gange, nämlich seit den Stürmen Vivian und Wiebke. „Wir setzen auf naturnahe, vielfältige Mischwälder“, erläuterte der Forstmann, „bei denen wärmeliebende und trockenheitstolerante Baumarten zukünftig eine noch größere Rolle spielen werden.“ Baumartenvielfalt wird großgeschrieben, denn dies garantiert eine Risikostreuung. Dass an einem Waldort nicht weniger als 10 verschiedene Baumarten zu finden sind, davon konnten sich die Waldbesucher vor Ort überzeugen.

Der Anteil der wärmeliebenden Eiche wird kontinuierlich weiter ausgebaut, der Fichtenanteil reduziert sich dagegen über die Jahre weiter, denn die Baumart bevorzugt von Natur aus ein kühl-feuchtes Klima und ist aufgrund ihres Wurzelsystems auf vielen Standorten anfällig gegenüber Trockenheit. Bei Trockenstress haben Schädlinge wie der Borkenkäfer, die von steigenden Temperaturen profitieren, ein leichtes Spiel mit den geschwächten Fichten. Ist ein Baum befallen, so ist rasches Handeln gefragt. Förster Schöllkopf zeigte den Waldbesuchern eindrücklich, wie das Brutbild des Borkennkäfers den Baum unter der Rinde zerstört.

Wie unterschiedlich der Waldboden beschaffen ist, davon konnten sich die Besucher ein Bild machen, als mit Hilfe eines Bohrstockes die Bodenzusammensetzung bis in 60 Zentimeter Tiefe sichtbar wurde. „Für die Stabilität des Waldes ist es enorm wichtig, dass die Baumart zum Boden passt“, so der Forstmann.

Umbau durch Naturverjüngung

Trotz aller Umbaumaßnahmen im Wald wird aber nur im Ausnahmefall gepflanzt: „Wir sind ein Naturverjüngungsbetrieb“, erläuterte Albrecht Schöllkopf die waldbaulichen Grund-sätze, das bedeutet, dass man - wo immer möglich - die jungen Bäume übernimmt, die uns die Natur von selbst schenkt. „Wenn die Baumartenzusammensetzung in der Naturverjüngung passt, ist es unsere wichtigste Aufgabe, für die richtige Menge an Sonnenlicht zu sorgen, um diesen jungen Bäumen zu helfen“, erläuterte Schöllkopf seine Handlungsmaxime eindrücklich angesichts einer üppigen Eichen-Naturverjüngung.

Der Wald wird durch den Klimawandel nicht verschwinden, aber er wird sich verändern. Diese Veränderung ist schon im Gange und wird zunehmend sichtbar. „Wir tun alles dafür, um den Wald so stabil und vielfältig wie nur möglich in die Zukunft zu führen“, so das Resümee von Förster Schöllkopf.