Aktuelles aus der Gemeinde: Denkendorf

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Dokumentation der Ortsbegehung

„Vor-Ort-Experten“ geben neue Impulse im Modellprojekt

Im Rahmen des Modellprojekts „Ortsmitten – gemeinsam barrierefrei und lebenswert gestalten“ wurde die Obere Ortsmitte weiter unter die Lupe genommen. Nach einem ersten erfolgreichen Beteiligungsformat im Frühjahr ging es am Mittwoch, 28. Juli mit einem Planungsspaziergang mit dem Fachbüro weiter, bei dem gemeinsam mit Bürgern Gestaltungsmöglichkeiten diskutiert wurden. Die Dokumentation bzw. Ergebnisse der Ortsbegehung liegen nun vor.

 

Teilnahme am Modellprojekt

Die Landesregierung Baden-Württemberg hat 2019 das Impulsprogramm „Na klar, zusammen halt …“ ins Leben gerufen. Im Rahmen verschiedener und konkreter Projekte soll das Miteinander im Land gestärkt werden. Eines dieser Projekte läuft unter dem Namen „Ortsmitten – gemeinsam barrierefrei und lebenswert gestalten“ und wurde unter der Führung verschiedener Ministerien konzipiert. In 20 baden-württembergischen Kommunen sollen demnach Planungsleitbilder für lebenswerte Ortsmitten erstellt werden. So auch für Denkendorf und die Obere Ortsmitte. Das Ortsmitten-Projekt ist ein wichtiger Baustein für den laufenden Quartiersentwicklungsprozess „Älterwerden in Denkendorf gemeinsam gestalten“, aus dem bereits vielfältige Bürgeranregungen zur Weiterentwicklung des Gebietes vorliegen. Den ersten Baustein bildete eine Online Umfrage, über deren Ergebnisse bereits berichtet wurde.

Planungsspaziergang mit dem Fachbüro

In einem zweiten Beteiligungsbaustein des Modelprojektes begann der Planungsspaziergang am Mittwoch, 28. Juli an der Grünfläche Mühlhaldenstraße/Südstraße und führte über die Ochsenkreuzung und die Hindenburgstraße bis zur Kloster Apotheke (Uhlandstraße/Goethestraße).

Gemeinsam mit 20 interessierten Bürgerinnen und Bürgern, Bürgermeister Ralf Barth, Verwaltungsmitarbeitern und der Planersocietät, wurden ausgewählte Problem- und Potenzialräume in der und um die Obere Ortsmitte betrachtet. Knapp die Hälfte der Teilnehmer meldete zurück auch am ersten Beteiligungsbaustein teilgenommen zu haben.

 

Impulse der „Vor-Ort-Experten“

An jeder Station des Planungsspaziergangs konnten die Bürger als „Vor-Ort-Experten“ Wünsche, Mängel und Lösungsvorschläge nennen und mit allen Beteiligten diskutieren.

Die erste Station bildete die Mühlhaldenstraße/Südstraße. Die Beteiligten merkten an, dass es „ein schöner Platz“ ist, aber nur selten genutzt wird und es nur wenige Spielmöglichkeiten für Kinder gibt. Als Lösung wurde eine Abgrenzung von der anliegenden Straße vorgeschlagen, um so auch für mehr Sicherheit beim Spielen zu sorgen, aber auch ein Sandkasten oder ein Tisch waren für den Platz ein Wunsch.

Die Verkehrssicherheit der Kreuzung Mühlhaldenstraße/Südstraße wurden ebenfalls angesprochen, vor allem die Sichtbeziehungen wurden dabei bemängelt. Bürgermeister Barth begrüßt solche Mängelmeldungen, diese dürfen Bürger auch in Zukunft der Verwaltung direkt melden.

Die zweite Station bildete die Esslinger Straße. Auf dem Weg dahin wurde angemerkt, dass die Querung der Esslinger Straße schwierig ist. Viele nutzen nicht den Umweg über die Ampel an der Neuffenstraße, sondern queren die Straße direkt, was zu gefährlichen Situationen führen kann. Leider ist die Esslinger Straße eine Landesstraße und fällt somit nicht in das Hoheitsgebiet der Gemeinde. Bürgermeister Barth betont in diesem Zusammenhang auch die Grenzen, die der Gemeinde durch gesetzliche Vorschriften gesetzt sind. So ist zum Beispiel eine Tempo-30-Zone an der Esslinger Straße derzeit nicht möglich, da die vorgeschriebenen Lärmwerte aktuell nicht überschritten werden.

Station Nummer drei bildete das Schafhaus, der Hauptfokus des Projektes. Die Aufenthaltsmöglichkeiten sollen in diesem Bereich erhöht werden, darüber sind sich alle Teilnehmer einig. Wünsche der Bürger waren hier vor allem eine öffentliche Toilette, Sitzmöglichkeiten und mehr Grünflächen. Herr Hölderich von der Planersocietät schlägt an dieser Stelle das Modell des verkehrsberuhigten Geschäftsbereiches vor und erklärt mit Beispielen die Merkmale eines solchen Modells, das auf viel Zustimmung trifft.

Der Meximieux-Platz bildete Station vier. Die Teilnehmer berichten, dass der Platz sehr belebt ist, trotz des etwas leeren Erscheinungsbildes. Durch das große Potenzial des Platzes, wünschen sich viele Teilnehmer eine intensivere Nutzung. Auch das Thema Barrierefreiheit wird hier angesprochen. Um die Anwesenden für das Thema Barrierefreiheit und Umgang mit Personen mit Seheinschränkungen zu sensibilisieren, teilt die Planersocietät an die Anwesenden Brillen aus, die eine Seheinschränkung simulieren, indem sie beispielsweise einen blinden Fleck besitzen oder die Umgebung unscharf darstellen.

Die letzte Station bildete die Hindenburgstraße. Zusammengefasst kommt es zu der Einschätzung, dass es in Denkendorf an Fußgängerüberwegen mangelt. Auch hier wird betont, dass die Gemeinde nur innerhalb der rechtlichen Normen agieren kann. Sichteinschränkungen oder andere Auffälligkeiten dürfen aber immer der Gemeinde direkt gemeldet werden.

 

Weitere Beteiligung nach den Sommerferien

Als dritter Beteiligungsbaustein ist im Herbst 2021 eine weitere Veranstaltung geplant. Die Ausgestaltung befindet sich noch in der Planung. Der Planungsspaziergang wird von dem Fachbüro ausgewertet und in das Planungsleitbild einfließen. Das gemeinsam erarbeitete Planungsleitbild mit Maßnahmenvorschlägen soll Ende 2021 vorgestellt werden. Aus den gesammelten Erfahrungen in den 20 Modellkommunen wird anschließend ein Leitfaden für andere Kommunen in Baden-Württemberg entwickelt.

 

Die ausführliche Dokumentation findet sich auf der Website der Gemeinde Denkendorf.

t3://file?uid=13915 (PDF-Datei)