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Förderverein Ferienbetreuung Denkendorf e.V. aufgelöst

Der Förderverein Ferienbetreuung Denkendorf e.V. wurde zum 31. Dezember 2020 aufgelöst und befindet sich derzeit in Liquidation. Zeit für einen Rückblick auf eine 26-jährige sehr aktive Vereinsgeschichte, der den Wandel des Familienbildes in der Gesellschaft, die Berufstätigkeit der Frauen und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie entscheidend mitgeprägt hat.

Im April 1994 gründete sich eine „Interessensgemeinschaft zur Durchführung der Kernzeitenbetreuung“ in Denkendorf. Ziel war es, einerseits Frauen und alleinerziehenden Männern auch in der Grundschulzeit, nach den Jahren im Kindergarten, Berufstätigkeit zu ermöglichen, was zu den Unterrichtszeiten zu dieser Zeit nicht möglich war, andererseits die Betreuungszeiten wenigstens an die der Kindergärten (halbtags) anzupassen und eine gute pädagogische Betreuung zu gewährleisten.

Aus dieser Initiative wurde am 02. Mai 1994 der „Förderverein Kernzeitenbetreuung Denkendorf e.V.“ gegründet. Gründungsmitglieder waren Dorothee Sonntag, Ingrid Stritzelberger, Claudia Silberhorn-Göbel, Heidi Zerweck, Ilona Schwarz, Brigitte Rau, Karlheinz Ruthardt, Hannely Paulus und Susanne Hofmann-Wildt. Der 1. Vorsitzende des Vereins war tatsächlich ein Mann, Karlheinz Ruthardt. Zur stellvertretenden Vorsitzenden wurde Dr. med. Hannely Paulus gewählt, langjährige Allgemeinmedizinerin in Denkendorf.

In enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde und den Denkendorfer Grundschulen wurde mit Beginn des Schuljahres 1994/95 die Kernzeitenbetreuung der Grundschulkinder von 7.30 bis 13 Uhr in der ASS (Albert-Schweitzer-Schule) aufgebaut. Die Gemeinde übernahm im Oktober die Trägerschaft der Kernzeitenbetreuung. Die pädagogische Leitung übernahm viele Jahre Heidi Zoll. Die Gemeinde bestritt die Finanzierung der Kernzeitenbetreuung, der Förderverein war jedoch für die komplette Organisation zuständig.

Der Betreuungsbedarf stieg von Jahr zu Jahr, sodass aus einer zweijährigen Probezeit eine dauerhafte Einrichtung wurde. Das war in den 90er Jahren keine Selbstverständlichkeit.
In diesem Zusammenhang darf aber nicht unerwähnt bleiben, dass die Wünsche und Vorstellungen des Fördervereins und damit der Eltern mit den Interessen der Gemeinde zum Teil sehr stark auseinandergingen - gute 20 Jahre später nicht mehr vorstellbar. Zum Beispiel übernahm die Gemeinde die erste Betreuungskraft, jedoch musste der Verein für die Vertretung bei Krankheitsausfall sorgen, organisatorisch sowie finanziell.

Die Haupteinnahmequelle des Vereins lag bei den Mitgliedsbeiträgen. Dieses Geld reichte aber bei Weitem nicht aus, um die anfallenden Kosten für eine bezahlbare Betreuung zu decken. Somit wurden vom Verein immer wieder neue Einnahmequellen erschlossen, zum Beispiel der Weihnachtstreff, das Schlehenfest, Tag der offenen Tür oder die Organisation von Kindersachenmärkten. Alle Veranstaltungen wurden über viele Jahre mit sehr großem Engagement durch die jeweiligen Vorstände und zum Teil von Mitgliedern gestemmt.

Nachdem in den 90er Jahre zumindest eine Halbtagsbetreuung der Grundschulkinder gewährleistet war, machte sich die Lücke in den Ferien immer mehr bemerkbar. 6 Wochen Urlaub und 14 Wochen Schulferien passen einfach nicht zusammen. Seitens der Kernzeitenbetreuung waren nur 10 Ferientage abgedeckt, das waren meist die Brückentage.

Ab 1998 strebte der Verein eine erweiterte Ferienbetreuung an, die in der vollen Verantwortung und Finanzierung des Vereins lag. So konnte die Betreuung im gleichen Jahr um eine Woche erweitert werden. Der Verein war in diesem Jahr bereits aktiv an der Mitgestaltung des Denkendorfer Sommerferienprogramms beteiligt.

Aufgrund des immer größer werdenden Bedarfs wurde die Kerni 1999 auf die LUS (Ludwig-Uhland-Schule) ausgeweitet. Endlich fiel das Pendeln der Schüler der LUS weg. Nicht zu vergessen, dass auch für die Kerni in der LUS zuerst der Förderverein für eine Krankheitsvertretung sorgen musste.

Die Gemeinde hat zum gleichen Zeitpunkt die betreuten Ferientage von 10 auf 8 reduziert.

Der Verein schaffte 1999 erstmals eine Ferienbetreuung in allen Teilen in den Ferien zu organisieren, sodass zumindest ein Großteil der Ferien abgedeckt werden konnte. Die Ferienbetreuung war für Vereinsmitglieder zu diesem Zeitpunkt kostenfrei. Das war für den Verein eine enorme finanzielle und organisatorische Herausforderung und zeugt ein weiteres Mal für das große Engagement des Vorstandes.

Die intensive Arbeit des Vorstandes mit allen organisatorischen und menschlichen Problemen zehrte an den Nerven der ohnehin durch Beruf und Familie doppelt belasteten Personen. 2004 war der Verein noch immer Organisator und Finanzgeber für einen Großteil der Kerni und der Ferienbetreuung.

Für die Eltern der Grundschulkinder war nicht klar, wie wichtig der Fortbestand des Vereins für die Betreuung ihrer Kinder war. Auf der Mitgliederversammlung des Fördervereins 2004 waren 3 Personen anwesend. Es konnte kein neuer Vorstand gewählt werden. Der Verein stand kurz vor der Auflösung. Die verlässliche Ferienbetreuung war damit akut gefährdet, da die Gemeinde zu diesem Zeitpunkt lediglich bereit war, die Krankheitsvertretung für die Kerni zu übernehmen. Die Ferienbetreuung über die 8 Brückentage hinaus wurde 2004 seitens der Gemeinde konsequent abgelehnt.

Einer intensiven Aufklärungskampagne des verbliebenen Vorstandes war es zu verdanken, dass bei der Mitgliederversammlung am 24. November 2004 ein größeres Interesse herrschte und ein neuer Vorstand unter dem Vorsitz von Beate Hammer gewählt werden konnte. An dieser Stelle sei erwähnt, dass Frau Hammer bis heute dem Vorstand des Fördervereins als Beisitzerin und Kassenprüferin mit Rat und Tat zur Seite steht.

In den nächsten Jahren hat der Verein weiterhin die Kerni begleitet, sich aber nunmehr ausschließlich um die Ferienbetreuung gekümmert. So wurden 4-5 Wochen Betreuung in den sogenannten „Kleinen Ferien“ zuverlässig von 7 bis 13 Uhr angeboten. Weitere 2 Wochen deckte der Verein über sein Sommerferienprogramm ab, 40 Kinder wurden pro Woche betreut. Die Gebühren waren für Vereinsmitglieder sehr gering, aber auch Nichtmitglieder konnten sehr kostengünstig eine Ferienbetreuung genießen. Über viele Jahre lag die komplette Organisation und Finanzierung ausschließlich beim Verein.

Um die hohen Kosten finanzieren zu können, war der Verein auf seine Mitglieder angewiesen. Der Verein konnte zeitweise auf 100 Mitglieder zählen. Weitere Einnahmequellen blieben zwingende Grundlage der Finanzierung für die Ferienbetreuung.

2008 wurde Anja Fruhmann zur 1. Vorsitzenden des Vereins gewählt, die das Amt bis zur Vereinsauflösung begleitete.

Da sich der Förderverein nun ausschließlich um die Ferienbetreuung kümmerte, wurde der Verein 2009 folgerichtig in „Förderverein Ferienbetreuung Denkendorf e.V.“ umbenannt.

Der Bedarf an der Ferienbetreuung wuchs und wuchs. Jedoch wurde es immer weniger möglich, die alleinige Organisation durch den Vorstand des Vereins zu stemmen. Das gewaltige Pensum konnte nicht mehr durch die ohnehin durch Berufstätigkeit doppelt belasteten Eltern bewältigt werden. Der Verein war auf immer mehr Unterstützung angewiesen. Die Kooperation mit der Gemeinde wurde immer intensiver. So übernahmen die Betreuer und Betreuerinnen der Kerni nun auch Teile der Ferienbetreuung. Seitens der Gemeinde wurde ein Putzdienst organisiert und Räumlichkeiten, wie zum Beispiel die Turnhalle, wurden zur Verfügung gestellt.

In den folgenden Jahren stieg der Bedarf immer mehr, es waren mehr Betreuer notwendig. Nun stieg die Gemeinde auch in die Finanzierung der Betreuungskräfte ein.

Die Finanzierung und Organisation des Sommerferienprogrammes waren jedoch bis zum Schluss Sache des Vereins. Auch hier kamen die Vorstände allmählich an ihre Grenzen. 2014 unterstützte das erste Mal der Kreisjugendring unter Federführung von Tobias Laxander bei der Rekrutierung der Betreuungskräfte.

2015 war das Jahr der großen Wende. Die Organisation der „Kleine Ferien“ mit Anmeldung, Entgegennahme der Gebühren und vielem mehr wurde nun für die Vorstände zu einem nicht mehr zu leistenden Aufwand. Erneut suchte der Verein Kontakt zur Gemeinde. Sehr kooperative Gespräche ergaben, dass ab dem Schuljahr 2015/2016 die Ferienbetreuung in den „Kleinen Ferien“ in allen Belangen an die Gemeinde überging. Die Gemeinde finanziert diese aus Mitteln im Haushalt. Vereinsmitglieder konnten ab diesem Zeitpunkt nicht mehr finanziell bevorzugt werden. Deshalb blieben stark gestiegene Gebühren das Trostpflaster bei diesem Übergang.

Im gleichen Jahr wurde der Anstoß für eine komplette Neugestaltung des Sommerferienprogrammes gegeben. Auch hier sah sich der Vorstand nicht mehr in der Lage, die Organisation für eine qualitativ hochwertige Betreuung zu gewährleisten. Außerdem stieg der Bedarf einer Ganztagsbetreuung in den Sommerferien, die der Verein niemals hätte organisieren können.

Unter Federführung der Gemeinde wurde am Runden Tisch mit dem Kreisjugendring und dem TSV Denkendorf e.V. das Sommerferienprogramm „DeLuX“ geboren. Ab dem Sommer 2016 konnte den Denkendorfer Kindern eine sehr abwechslungsreiche ganztägige Ferienbetreuung geboten werden. Die gute Qualität zeigt sich in den ziemlich schnell ausgebuchten Plätzen. Lange darf man nicht überlegen.

Ab diesem Zeitpunkt hat der Förderverein die Ferienbetreuung weiterhin finanziell unterstützt. So wurde aus den Mitteln des Vereins zum Beispiel das Kochgeschirr für die hochwertige Verpflegung im Sommerferienprogramm angeschafft. Die „Kleinen Ferien“ wurden mit Zuschüssen für Ausflüge unterstützt.

Der Förderverein nutzte 2017/2018 in Kooperation mit dem Kreisjungendring den Wahlkampf zur Wahl eines neuen Bürgermeisters in Denkendorf. Aktiv und gezielt wurde zusammen mit dem Kreisjugendring in Gesprächen mit den Kandidaten darauf hingewiesen, wie zwingend notwendig es ist, die Betreuung in den „Kleinen Ferien“ auf eine Ganztagsbetreuung auszuweiten. So konnte 2018 auch durch das Mitwirken des Vereinsvorstandes die letzte Lücke in der Ferienbetreuung geschlossen werden. Ab dem Schuljahr 2018/2019 wurde seitens der Gemeinde in Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendring auch in den „Kleinen Ferien“ eine Ganztagsbetreuung angeboten. Nach anfänglichem Zögern aufgrund der gestiegenen Kosten wird die Ganztagsbetreuung mittlerweile sehr stark nachgefragt.

Damit schließt sich der Kreis der Ganztagsbetreuung in Denkendorf von Kinderkrippe bis zum Grundschulalter. Die Gemeinde bietet mit dem Kreisjugendring eine sehr verlässliche und hochwertige Betreuung für Schulkinder bis 12 Jahren. Es schließt sich aber auch der Kreis für den Förderverein, der sich nun nach 26 Jahren aktiver Mitgestaltung der Betreuung aufgelöst hat.

Die Vorstände des Fördervereins haben 26 Jahre hervorragende, aber auch anstrengende Arbeit geleistet. Sie haben den Wandel der Betreuung der Grundschulkinder außerhalb des regulären Unterrichtes entscheidend mitgeprägt. Dafür gilt es DANKE zu sagen.

Danke an unseren ehemaligen Bürgermeister Peter Jahn, der den Verein immer unterstützt hat, wenn er an seine Grenzen kam und die entscheidende Wende ermöglicht hat. Danke an unseren Bürgermeister Ralf Barth, der mit der Gemeinde die ursprünglichen Ziele des Vereins, nämlich die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, bis zum Schluss weiterverfolgt.

Das Vereinsvermögen geht nach Ende der Liquidation auf die Gemeinde Denkendorf über und kommt weiterhin, in Absprache mit dem Kreisjugendring, ausschließlich der Ferienbetreuung der Denkendorfer Kinder zu Gute.

Wir wünschen der Gemeinde und dem Kreisjungendring eine weiterhin gute und erfolgreiche Zusammenarbeit.

1. Vorsitzende
Anja Fruhmann