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Fluglärm-Gutachten zur neuen Flugroute im Gemeinderat vorgestellt

In der Sitzung des Gemeinderats am Montag, 25. April 2022 wurde die lärmtechnische Bewertung der Firma ACCON zum geplanten neuen Abflugverfahren und der geplanten Flugroutenanpassung am Flughafen Stuttgart vorgestellt.

Mittels des Gutachtens wurden die Fluglärmbetrachtungen des heutigen Flugbetriebs (aufgrund der Corona-Pandemie wurde das Referenzjahr 2019 gewählt) und des künftigen Flugbetriebs (Prognosejahr 2030) unter Zugrundelegung von 0 %, 33 % und 100 % Umverlegung von Abflügen auf die neue Abflugroute gegenübergestellt.

Die neue Abflugroute soll vom Flughafen Stuttgart aus in einem engeren Kurvenradius und mit einem steileren Abflugwinkel in Richtung Süden starten. Die Befürworter sprechen sich für die neue Abflugroute aus, da die Zahl der entlasteten Bürger höher sei als die Zahl der neu belasteten, Kerosin sowie CO2 eingespart und die Flugzeiten reduziert würden.

Kritisiert wird unter anderem von Seiten Denkendorfs die neue Abflugroute insbesondere, weil die anfänglich beworbenen Lärm-Entlastungen für rund 90.000 Bürger auf einige Dutzend Bürger, die entlastet würden, herabgeschmolzen sind. Hintergrund dieser Verschiebungen sind offenbar unterschiedliche Berechnungsmethoden in der Betrachtung von Einzelschall-Ereignissen im Vergleich zum Dauerschall-Lärmpegel. Darüber hinaus gibt es rechtliche Zweifel über die Zulässigkeit der neuen Route, wie ein separates Gutachten ergab.  

Vorgesehen ist, dass die Fluglärmkommission Stuttgart am 4. Juli 2022 darüber entscheidet, ob sie sich für die geänderte Abflugvariante ausspricht oder nicht. Im Anschluss daran müsste die neue Abflugroute vom Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung sowie vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur bewilligt werden. Bis zur Entscheidung im Juli sollen auch Ergebnisse von Flugsimulationen vorliegen, anhand derer die Tauglichkeit der Route überprüft werden soll. Denkendorf wird innerhalb der Fluglärmkommission gegen die neue Route stimmen, es ist jedoch aktuell keine Mehrheit gegen die Änderung zu erwarten.