Aktuelles aus der Gemeinde: Denkendorf

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Alarmstufe Gas-Notfallplan

Wassertemperatur im Freibad wird um 2 Grad gesenkt

Am 23. Juni 2022 hat der Bundeswirtschaftsminister die Alarmstufe des Gas-Notfallplanes ausgerufen. Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs ist es unsicher, ob und in welchem Umfang Gas über die Pipeline „Nord Stream 1“ geliefert wird. Die Befürchtungen, dass im kommenden Herbst und Winter nicht ausreichend Gas vorhanden ist, werden damit größer. Daher soll in den kommenden Wochen und Monaten der Gas- und Energieverbrauch wo möglich reduziert werden. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung daher beschlossen, die Wassertemperatur im Denkendorfer Freibad auf 21 Grad zu senken. Je mehr Gas heute eingespart werden kann, umso besser können die Gasspeicher bis zum Herbst gefüllt werden, wodurch im Falle eine Gasmangellage die Versorgung länger aufrechterhalten werden kann. Daher sind auch alle Privathaushalte aufgerufen, in Zukunft sparsam mit Energien umzugehen.

Erhebliche Betroffenheit bei Gasmangel in der Gemeinde

Für Denkendorf lässt sich festhalten, dass es bei Eintreten einer Gasmangellage eine erhebliche Betroffenheit geben kann, da ein Großteil der Kindergärten mit Gas beheizt wird, ebenso die Schulen und die Sporthallen. Ausnahmen bilden der Georg-Weber-Kindergarten (Pellets), das Kinderhaus Maierhof (Erdwärme) sowie der Vogelsang-Kindergarten und der Albrecht-Bengel-Kindergarten, die noch eine Ölheizung besitzen. Bleibt bei den weiteren Gebäuden beispielsweise noch die Festhalle, bei der zumindest die Grundlast durch eine Pelletheizung gedeckt wird. Ähnlich sieht es auch bei den kommunalen Wohnungen aus, bis auf wenige Elektrospeicheröfen wird im Grundsatz mit Gas geheizt.

Maßnahmen zur Energieeinsparung

Daher gilt es, auch auf kommunaler Ebene Maßnahmen zum Energiesparen zu ergreifen. Da aber die Gemeinde Denkendorf schon in den letzten Jahren sehr viel Wert auf einen sparsamen Umgang mit Energie gelegt hat, können kurzfristig nur wenig Einsparpotentiale verkündet werden.

Im Freibad können jedoch mehrere 10.000 kWh Gas eingespart werden, unter anderem durch eine Absenkung der Beckentemperatur auf ca. 21 Grad. Als Faustformel gilt, dass 1 Grad Absenkung ca. 7 % weniger Verbrauch verursacht. In den Monaten Juni, Juli und August kann zudem, sonniges Wetter vorausgesetzt, die Temperatur durch die Solaranlage gehalten werden, indem die Gewinne des Tages die nächtlichen Verluste ausgleichen - das Wasser wird im Tagesverlauf immer wärmer.

Ende August/im September hingegen wird der nächtliche Wärmeverlust in den Wasserbecken nur durch Heizen mit Gas auszugleichen sein. Erfahrungsgemäß wird in den zwei Septemberwochen ein 15-20 %iger Anteil des gesamten Gasverbrauches benötigt, so dass sich eine Absenkung der Wassertemperaturen auf 21 Grad bzw. der Verzicht auf nächtliches Nachheizen durchaus als Einsparpotenzial erweist. Zuletzt kann ab Mittwoch vor Saisonabschluss das Heizen komplett eingestellt werden. In diesem Zeitraum gehen die Besucherzahlen erfahrungsgemäß signifikant zurück.

Weiterhin ist zu befürchten, dass Haushalte, die vom Gasmangel betroffen werden, auf elektronische Heizgeräte wie Radiatoren und Heizlüfter ausweichen. Angesichts des hohen Strombedarfs kann dies eine Belastung des Stromnetzes erzeugen und hier zu Ausfällen oder Engpässen führen. Die Stromversorger sind entsprechend sensibilisiert, dennoch muss auch darüber Aufklärungsarbeit geleistet werden.