Elektromobilität: Denkendorf

Seitenbereiche

Elektromobilität

Elektroladesäulen am Rathaus und an der Festhalle

Wer sein Elektrofahrzeug laden möchte, kann das an zwei kommunalen Standorten in Denkendorf tun. Am Rathaus und an der Festhalle gibt es seit August 2020 öffentliche Ladesäulen. An jeder Ladesäule stehen zwei Anschlüsse zum Laden zur Verfügung. Es handelt sich um AC-Ladesäulen mit 22 kW. Die Stromversorgung erfolgt mit 100% Ökostrom. Die Abrechnung der Ladevorgänge führt der Betreiber via Roaming durch.
Im September 2019 erhielt die Gemeinde die Bewilligung für eine Förderung durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur zur Errichtung von zwei öffentlichen Elektroladesäulen. Die Gemeinde hatte verschiedene Angebote eingeholt, die Netze BW aus Stuttgart war dabei günstigster Bieter. Für die Errichtung der beiden Ladesäulen fielen insgesamt Kosten in Höhe von rund 19.200 Euro an. Weitere 7.800 Euro wurden für die Beschilderung und den Netzanschluss benötigt. Service und Betrieb kosten 1.400 Euro jährlich.
Weitere Standorte von Elektroladesäulen sind bei der Fa. Tien Direkt, Fa. Nägele und Fa. Object Carpet sowie an der Raststätte bekannt. 

Elektromobilitätskonzept für die Gemeinde

Die Netze BW arbeitete von Juli 2019 bis August 2020 mit der RBS wave GmbH an der Erstellung eines Elektromobilitätskonzepts für die Gemeinde Denkendorf. Hierbei lag der Fokus auf der Entwicklung von Maßnahmen zur Einführung der E-Mobilität in der Gemeinde, wozu die Veränderung des kommunalen Fuhrparks durch emissionsarme Antriebe, die Errichtung von Ladestationen, die Einführung eines E-Carsharing-Angebots und die Attraktivierung des ÖPNV gehörten. Diese Maßnahmenvorschläge und weitere Ideen wurden im September 2020 im Gemeinderat vorgestellt und erläutert.
Bei der Einführung der Elektromobilität und der damit verbundenen Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs soll die Gemeinde Denkendorf als Vorbild und Multiplikator fungieren. Dafür hat der Gemeinderat bereits die Netze BW mit der Erstellung eines kommunalen Elektromobilitätskonzepts beauftragt. Für die Erstellung hat die Gemeinde eine Förderung durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur in Höhe von 80 % erhalten. Das Elektromobilitätskonzept der Gemeinde Denkendorf wird im Rahmen der Förderrichtlinie Elektromobilität des BMVI mit insgesamt bis zu 16.000 Euro durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert. Die Förderrichtlinie wird von der NOW GmbH koordiniert und durch den Projektträger Jülich (PtJ) umgesetzt.
Im Rahmen der Erstellung des Konzepts wurde eine Online-Umfrage bei den Bürgerinnen und Bürgern durchgeführt, um die Potenziale eines E-Carsharing-Angebots in Denkendorf zu ermitteln. Rund ein Drittel der Befragten wäre demnach bereit dies zu nutzen. Dabei wäre ihnen die Reservierungsmöglichkeit besonders wichtig. Folglich muss auf den Aufbau eines verlässlichen E-Carsharing-Angebots in Denkendorf der Fokus gelegt werden.
Bei 68 % der Carsharing-Interessierten (inkl. Unschlüssigen) käme sogar ein Verzicht auf den PKW in Betracht. Ein Viertel der Befragten nutzt bereits ein Elektroauto bzw. ein Elektrofahrrad.
Außerdem wurden eine Bestandsanalyse des Verkehrssektors in der Gemeinde und eine entsprechende Treibhausgasbilanz erarbeitet. Der tägliche PKW-Verkehr in Denkendorf verursacht dabei  70 % der CO2-Emissionen in der Gemeinde im Verkehrsbereich und belastet damit die Umwelt erheblich. Um diese Belastung zu verringern, muss auch über die Verbesserung der Attraktivität des ÖPNV nachgedacht werden. Im Elektromobilitätskonzept wird dessen große Bedeutung als alternatives Fortbewegungsmittel betont.
Bei der Analyse des kommunalen Fuhrparks kamen die Netze BW und die RBS wave GmbH zu der Erkenntnis, dass die durchschnittlich zurückgelegten Strecken der kommunalen Fahrzeuge problemlos mit einem Elektroauto bewältigt werden könnten. Die Einsparmöglichkeiten im CO2-Bereich würden dabei von 1.018 kg/Jahr bis 1.848 kg/Jahr für die beiden eingesetzten Fahrzeuge VW up! (Benzin) und VW Polo (Benzin) reichen. Großes Emissionsreduktionspotenzial besteht gleichermaßen beim Bürgerbus, somit käme bei einer möglichen Neubeschaffung im Jahr 2027 ein mit Öko-Strom betriebenes Modell in Betracht. Dies wurde im Übrigen auch bereits für die Neuanschaffung im Jahr 2019 geprüft, schied letztlich aber aus Wirtschaftlichkeitsgründen aus.
Auch bei den anderen Fahrzeugen kann bei einer Ersatz- oder Neubeschaffung über ein elektrisch betriebenes Auto nachgedacht werden. Hierbei können sich jedoch Probleme im Hinblick auf spezielle Anforderungen der Fahrzeuge, auf die Verfügbarkeit von E-Sonderfahrzeugen und bei den Betriebsstunden aufgrund der Erforderlichkeit des  Zwischenladens ergeben. Dennoch hat die Umstellung des kommunalen Fuhrparks hohe Priorität. Eine größere Anzahl an Elektrofahrzeugen führt jedoch auch zu einem erhöhten Bedarf an Ladestationen. Folglich wird im Konzept auch die Planung des zukünftigen weiteren Ausbaus der Ladeinfrastruktur priorisiert.
Die Umsetzung des Elektromobilitätskonzepts wurde bereits begonnen, öffentliche Ladesäulen wurden am Rathaus und im Bereich der Festhalle errichtet. Weitere Maßnahmen werden folgen. Die Bevölkerung soll hierbei mit dem Thema vertraut gemacht und umfassend informiert werden.

Kommunales Elektromobilitätskonzept für Denkendorf (PDF-Datei)