Starkregengefahr: Denkendorf

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Starkregenrisikomanagment

Als eine der ersten Kommunen im Land hat die Gemeinde im Oktober 2017 die Erstellung eines Starkregenrisikomanagementkonzeptes für die Ortslage Denkendorf in Auftrag gegeben. In Ergänzung zum aktiven Hochwasserschutz, dem sich die Gemeinde seit vielen Jahren verschrieben hat, gibt die Risikoanalyse Aufschluss darüber, welche Gebiete von den oft mit erheblichen Wassermengen verbundenen Starkregenereignissen besonders betroffen sind. Das Konzept ist ein wichtiger Handlungsleitfaden für die Gemeinde aber auch die betroffenen Grundstückseigentümer.

Durch die Risikoanalyse wurde ersichtlich, dass die Hohenheimer Straße im Bereich der Klingenstraße vor allem durch extreme Abflüsse aus den angrenzenden Straßen bei Starkregen betroffen wäre. Mit der Berechnung der anfallenden Regenmenge konnten entsprechende Entlastungsmaßnahmen geplant und im Jahr 2021 durchgeführt werden. Dazu wurden zusätzlich mehrere Ausleitungen in die Körsch eingebaut, die aktiv werden, wenn der Wasserpegel um ca. 10 cm steigt. Dadurch konnte das Hochwasserrisiko für die Hohenheimer Straße erheblich minimiert werden.

Auch das Gebiet „Wasserreute/Lange Äcker ist von Starkregenereignissen besonders gefährdet. Daher wurden auch für dieses Gebiet eine wasserwirtschaftliche Untersuchung durchgeführt und Schutzeinrichtungen geplant, die vom Gemeinderat Ende 2021 beschlossen wurden.
Vorgesehen ist hier, mit Erdwällen, Niveauanhebung von Feldwegen und einer Blocksteinmauer einen Schutz zu errichten und drei Einlaufbauwerke zu erstellen, die das Wasser in die Mischwasserkanalisation in der Uhlandstraße bzw. Lange Äcker gedrosselt weiterleiten. Die Maßnahme soll möglichst 2023/2024 abhängig von möglichen Fördermitteln des Landes realisiert werden.

Da bei Starkregenereignissen die Gemeinde insgesamt aber nur einen begrenzten Handlungsspielraum hat, sind auch die privaten Grundstückseigentümer gefordert, entsprechende Maßnahmen zu treffen. Durch geeignete Vorkehrungen z.B. durch Erhöhung der Lichtschächte, Kellerfenster, Kellertreppen oder der Gebäudezugänge können diese ihr Eigentum vor drohenden Hochwassergefahren schützen. Anhaltspunkte hierfür sind in den Gefahrenkarten ablesbar.

Hilfreiche Publikationen finden Sie hier:

"Starkregen – Was können Kommunen tun“ vom Informations- und Beratungszentrum Hochwasservorsorge Rheinland-Pfalz und der WBV Fortbildungsgesellschaft für Gewässerentwicklung mbH (2013)

Flyer "Empfehlungen bei Sturzfluten – Baulicher Bevölkerungsschutz“ vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (2015)

Handbuch "Die unterschätzten Risiken Starkregen und Sturzfluten“ vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (2015)

Broschüre "Schutz vor Kellerüberflutung" der Stadt Karlsruhe (PDF-Datei)

In einem dreistufigen Vorgehen mit hydraulischer Gefährdungsanalyse, Risikoanalyse sowie der Aufstellung von Handlungskonzepten zur Minimierung von Überflutungsrisiken orientiert sich die Untersuchung an den Vorgaben für kommunales Starkregenrisikomanagement der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW). Im Rahmen der Gefährdungsanalyse wurde ein Einzugsbereich in einem Umfang von ca. 11 km² untersucht und dabei Überflutungskarten für seltene (entspricht in etwa einer Jährlichkeit von 30 Jahren), außergewöhnliche (entspricht in etwa einer Jährlichkeit von 100 Jahren) und extreme Starkregenereignisse (128 Liter Niederschlag innerhalb einer Stunde pro m²) erarbeitet.

Diese Überflutungskarten stellen für die jeweiligen Szenarien die potentiellen Abflusswege und Überflutungsausdehnungen dar. Im Ergebnis sind die analysierten Risikobereiche weitgehend identisch mit den Überflutungsflächen, die sich beim Starkregenereignis in Denkendorf Ende Mai 2008 mit einer Niederschlagsmenge von 50 Liter pro m² gezeigt hatten. Es ist davon auszugehen, dass bei allen Szenarien die Ortskanalisation überlastet ist und bei den Starkregen nicht nur die Tallagen betroffen sind. Als besonders gefährdet gelten die Bereiche Mühlhalden Straße, Rosenstraße und Hohenheimer Straße, der Bereich zwischen Uhlandstraße, Friedrichstraße und Klingenstraße, die Gebiete Erlachgraben, Neuhäuser Straße und Maierhof, Lange Äcker, Furtstraße und Deizisauer Straße sowie die Gewerbegebiete Aicher Brühl und Heerweg.   

Die Gefahrenkarten für die einzelnen Szenarien können nachfolgend als PDF-Dateien abgerufen werden:

Seltenes Ereignis (30-jährige)

Außergewöhnliches Ereignis (100-jährige)

Extremes Ereignis (128 mm/h)